Mikro-invasive
Tumortherapien

Die mikro-invasiven Tumortherapien, die in unserem Zentrum angeboten werden, bieten verschiedene Therapieformen, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden können. Im Folgenden werden Ihnen erste Fragen beantwortet.

VIDEO ANSEHEN

Mikro-invasiv – was bedeutet das?

Mikro-invasiv bedeutet, dass die Therapie über winzige Einstiche, so genannten Punktionen des Organs, direkt in den Tumor, oder auch die den Tumor versorgenden Gefäßes erfolgt, ohne, dass ein größerer Schnitt erforderlich wäre. Durch diesen Einstich werden kleinste Instrumente in den Körper des Patienten eingeführt und der Behandelnde kontrolliert seine Handlungen über einen Monitor. „Statt zu operieren reichen bei unseren Behandlungen kleinste Schnitte aus, um bösartige Krebserkrankungen zu behandeln und mit Hilfe mikro-invasiver Verfahren gezielt Schaden an den Tumoren anzurichten. Ein Behandlungsansatz, der für den Patienten äußerst schonend abläuft“, so Prof. Dr. Koch, Direktor der Radiologie an den KEM.

Was ist eine mikro-invasive
Tumortherapie?

Die mikro-invasive Tumortherapie (auch minimal-invasive oder regionale Tumortherapie genannt) vereint onkologische und radiologische Kompetenzen zur effektiven Behandlung von Krebs. Anders als bei systemischen Krebstherapien – zum Beispiel der Chemotherapie – kann der Tumor gezielt angesteuert und gesunde Zellen weitgehend geschont werden. „Damit gelingt es, Tumore unter Kontrolle zu bekommen, zu verkleinern und die Prognose der Patienten zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. med. Michael Stahl, Direktor der Internistischen Onkologie an den Kliniken Essen-Mitte. Im Bereich der mikro-invasiven Tumortherapie sind verschiedene Verfahren möglich, die individuell nach dem Krankheitsbild des Patienten ausgewählt werden.

Gefäße als Straßen unseres Körpers nutzen

Bei vielen der angewandten Therapien spielen die Blutgefäße des Menschen eine zentrale Rolle. Denn als ‚Straßen unseres Körpers‘ durchziehen sie uns von der Sohle bis zum Scheitel und bieten so eine ideale Möglichkeit, um Tumore gezielt zu erreichen und dort zu bekämpfen, wo sie sich im Körper befinden. Ein Beispiel: Tumore oder Metastasen in der Leber werden zu rund 80% aus der Leberarterie versorgt. Dazu werden ab einer Tumorgröße von circa drei Millimetern Botenstoffe ausgeschüttet, die neue Gefäße aus der Leberarterie bilden und den Tumor weiterhin versorgen. Und genau dies macht sich die mikro-invasive Tumortherapie zu Nutze. Denn unter Röntgenkontrolle wird ein dünner Katheter in die Leberarterie eingeführt – und damit genau an den Ort im Körper, der die Lebensgrundlage des Tumors darstellt. Dabei führt der Weg des Katheters in den meisten Fällen über die Leiste. So wird unter örtlicher Narkose die Schlagader in der Leiste punktiert und als Zugang für den Katheter genutzt. Über diesen wird der Tumor in der Leber dann gezielt bekämpft, ohne umgebendes Gewebe zu zerstören und die Nebenwirkungen, zum Beispiel der Chemotherapie, im restlichen Körper so gering wie möglich zu halten. Eingebrachtes Kontrastmittel sorgt gleichzeitig dafür, dass Leber und Blutgefäße auf dem Röntgenmonitor sichtbar werden. Nach der Behandlung wird der Katheter entfernt und der Patient mit einem Druckverband auf die Station verlegt.

Für wen eignet sich die
mikro-invasive Tumortherapie?

Die mikro-invasive Tumortherapie wird eingesetzt, wenn die Tumorerkrankung lokal auf bestimmte Bereiche im Körper begrenzt ist oder wenn der Tumor auf herkömmliche Verfahren nicht anspricht und das Leben des Patienten bedroht. In manchen Fällen sprechen Tumore oder Metastasen zum Beispiel nicht auf herkömmliche Chemotherapien an – hier kann dann die mikro-invasive Tumortherapie zum Einsatz kommen.

Individuelle Behandlungswege gemeinsam festlegen

Auch wenn die mikro-invasive Tumortherapie zu den neusten und modernsten Verfahren zählt und damit große Erfolge erzielt werden können, müssen – um patientenorientiert behandeln zu können – bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Eine Chemo- oder Radioembolisation der Leber beispielsweise kann nur dann durchgeführt werden, wenn die Leber in ihrer Funktion nicht zu stark eingeschränkt ist. Daher gibt es auch keinen vorgefertigten Pfad, dem es zu folgen gilt. Vielmehr muss im Einzelfall entschieden werden, welcher Weg der Richtige ist. Bevor behandelt wird, findet im Vorfeld immer eine Tumorkonferenz statt. In dieser Sitzung findet sich das gesamte Team ein und legt gemeinsam einen Behandlungspfad für den Patienten fest. „Dieser Pfad ist stets individuell und genau auf die Situation des Betroffenen zugeschnitten“, sagt Prof. Dr. Koch, Direktor der Radiologie. „Denn was in diesem Moment zählt, ist der einzelne Patient mit seinen Beschwerden, Ängsten und Sorgen – und genau so individuell wie er ist, soll er bei uns auch behandelt werden.“

Treten Sie gerne auch per E-Mail mit uns in Kontakt. Wir melden uns bei Ihnen zurück.

E-MAIL SENDEN
mikromed

Zentrum für mikro-invasive Tumortherapien
Für Terminanfragen oder weitere Informationen wenden Sie sich an:

+49 201 174-24601

T+49 201 174-24601

Einfo@mikromed.org